1707 ABC-Schützen in Erfurt - Lehrerbedarf (noch) gesichert

  • 387 Grundschullehrer kümmern sich ab Donnerstag mit um die neuen Erstklässler. Zehn Lehrer wurden hier neu eingestellt, weil die Schülerzahlen langsam wieder steigen. Foto: ddp
1707 Mädchen und Jungen starten kommenden Donnerstag mit der Schule. Sie besuchen die 29 staatlichen und sechs Grundschulen in freier Trägerschaft. Nach dem Geburtenknick Mitte der 90er und dem Rekordtief an Einschulungen im Jahr 2001 hat sich die Zahl der ABC-Schützen inzwischen stabilisiert, "und wir haben sogar wieder einen leichten Anstieg", sagt Schulamtsleiter Rigobert Krug.
Erfurt. Etwa 200 Eltern möchten ihren ABC-Schützen nicht im festgelegten Schulbezirk einschulen lassen, sondern an einer Wunschschule. Sie haben Anträge auf Gastschulverhältnisse gestellt, etwa 150 davon wurden genehmigt.

Eher selten sind in Erfurt Anträge auf Zurückstellung bzw. vorzeitiger Einschulung. "Denn die seit fünf, sechs Jahren praktizierte Schuleingangsphase kommt gut an", so Krug. Hier lernen die Kinder von Klasse 1 bis 3 jahrgangsübergreifend; Neunjährige erklären Siebenjährigen das Einmaleins. "Und beide Seiten profitieren davon", erklärt Krug.

2033 Lehrer plus 109 sonderpädagogische Kräfte und 174 Lehramtsanwärter wirken an Erfurts Schulen. Davon sind 387 an den Grundschulen, 374 an den Regel-, 216 an den Förderschulen, 398 an den Gymnasien, 141 an den Gesamtschulen und 517 an den Berufsschulen tätig. Hinzukommen 15 Referendare an den Grundschulen.

"Und wir konnten für das neue Schuljahr zehn Lehrer neu an den Grundschulen einstellen. Das ist eine gute Zahl", so Krug, denn Lehrerübergang und Schülerrückgang ließen dies in den vergangenen Jahren nicht zu. Auch Grundschullehrer, die in den vergangenen Jahren in Floating-Modellen Teilzeitarbeiten mussten, können nun wieder voll arbeiten. Lehrerüberhänge gibt es indes noch an den Gesamt- und Regelschulen sowie Gymnasien. So arbeiten dort beispielsweise alle angestellten Lehrer nur 70 Prozent. "Aber zum Schuljahr 2013/14 wird auch an diesen Schulen der Überhang Geschichte sein und alle Lehrer, die wollen, können wieder voll arbeiten."

Trotz des Lehrerüberhangs an Regelschule und Gymnasium stellte das Schulamt Erfurt hierfür sechs neue Lehrer ein. "Wir hatten für die Fächerkombinationen Mathe und Chemie, Sport und Wirtschafts/Technik sowie Spanisch einfach keine Lehrer mehr", begründet Krug die Ausnahmeregelung. "Jetzt ist alles abgesichert."

Haarig wird es wohl trotzdem bleiben. "Denn Mitte der 90er Jahre hatten wir eine Schwemme an Lehramtswärtern, die Mathe und die Naturwissenschaften studierten. Heute sind die Fächer nicht mehr populär; Deutsch, Geschichte, Englisch und Sozialkunde sind beliebt", erzählt Krug und empfiehlt allen Abiturienten, die diesen Beruf ergreifen möchten, auf die Naturwissenschaften zu setzen. "Ab 2014 gibt es für diese Fächer einen enormen Lehrerbedarf." 2014 wird zudem ein Jahr sein, in dem viele ältere Lehrer ihren Dienst beenden.


Nicole Richter / 31.07.10 / TLZ
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